Artikel der Kategorie ‘Sturm’

Erhebliche Sturmschäden am Strand

Mai 07, 2010 Von: bs Kategorie: Allgemein, Sturm Noch keine Kommentare →

Am nördlichen Strandende hat sich das Wasser in der Promenadenkehle gesammelt (Foto: www.dzulko.de)

Am nördlichen Strandende hat sich das Wasser in der Promenadenkehle gesammelt (Foto: www.dzulko.de)

Die Hoffnung von gestern Abend erfüllte sich nicht: Der Wasserstand stieg noch weiter, und der Sturm ebbte auch nicht ab (Travemünde .Netz vom 6.5.2010). Bei der Strandkorbvermietung Seipel standen immer mehr Strandkörbe im Wasser. Unter Mithilfe von Mitarbeitern des Kurbetriebs Travemünde mussten auch heute weitere Körbe gesichert werden. Das ist aber gar nicht so einfach, weil auch während des heutigen Tages der Sturm immer mehr Wasser in die Promenadenkehle drückte und viele Körbe auf einer Halbinsel stehen.

Es sind kaum trockene Stellflächen für die Strandkörbe zu finden (Foto: Bernd Scheel)

Es sind kaum trockene Stellflächen für die Strandkörbe zu finden (Foto: Bernd Scheel)

Das wirft weitere Probleme auf: Jetzt haben sich Senken gebildet, in denen das Wasser steht. Wenn der Strand nicht wieder eingeebnet wird, kann auch ein leichter Sommersturm das Ostseewasser wieder bis in die Uferkehle drücken und die Probleme gehen von Neuem los. Am Anfang der kommenden Woche wollen sich die zuständigen Behörden mit den Schwierigkeiten befassen.

Der Sturm hat mittlerweile nachgelassen, aber es wird Tage dauern, bis das Wasser in der Promenadenkehle versickert ist. “Über die Schäden kann man noch nichts sagen”, meint die mittlerweile recht erschöpfte Charlotte Seipel, und Bernd Seipel fügt hinzu: “Wir verlieren unheimlich viel Zeit. Das dauert tagelang, bis die Körbe wieder entsandet und vom Schlamm befreit sind.” Auch bei diesen Arbeiten hat der Kurbetrieb Travemünde seine Unterstützung zugesichert.

Nur wenige Planken konnten dem Sturm trotzen (Foto: Bernd Scheel)

Nur wenige Planken konnten dem Sturm trotzen (Foto: Bernd Scheel)

Alles in allem nehmen die Seipels das Unheil gefasst hin. Sie haben Schlimmeres erlebt und erinnern sich an den Sommersturm vom 27./28. August 1989, der die Küste ohne Vorwarnung traf. Damals wurden Strandkörbe regelrecht zerlegt. Bilder davon finden sich auf der Internetseite www.seipels-koerbe.de

Der Badesteg vor dem Haus Royal, von dem sich gestern bereits einzelne Planken gelöst hatten, steht heute wieder nackt da. Das wird ein teurer Winter, ein teures Frühjahr gewesen sein! Schon nach den Winterstürmen hatte allein  die Begradigung des Strandes das Vierfache – 80.000 Euro – eines normalen Winters gekostet, jetzt werden weitere Ausgaben fällig.

Hoffentlich fragt in diesem Sommer niemand, was Travemünde denn eigentlich mit der Kurabgabe mache – er könnte böse Blicke ernten.

bs

Weitere Bilder (Fotos: Bernd Scheel):

Schon wieder “Strand unter”!

Mai 06, 2010 Von: bs Kategorie: Allgemein, Sturm Noch keine Kommentare →

Vermieterin Charlotte Seipel bringt ihre Strandkörbe in Sicherheit (Foto: Bernd Scheel)

Vermieterin Charlotte Seipel bringt ihre Strandkörbe in Sicherheit (Foto: Bernd Scheel)

Die Schäden, die Sturmtief Daisy am 9. Januar in Travemünde anrichtete, sind noch längst nicht behoben, da fegt heute schon wieder ein Nordoststum über den Strand. Nicht so stark wie Daisy, aber mit Windstärke 7 und bedeutend kräftigeren Böen. Schlimm ist, dass schon fast alle Strandkörbe stehen.

Bereits gegen Mittag rückten die Strandkorbvermieter Aichholzer und Seipel in den nördlichen Strandabschnitten (Richtung Grünstrand) aus, um zu verhindern, dass ihre Strandkörbe im Wasser landeten.

Die Beplankung des Stegs scheint sich zu lösen (Foto: Bernd Scheel)

Die Beplankung des Stegs scheint sich zu lösen (Foto: Bernd Scheel)

Die Wogen schienen auch schon wieder die Planken vom Badesteg vor dem Haus Royal abzureißen, und dies ist der einzige Steg, der nach den Winterstürmen beplankt werden konnte. Die anderen Brücken sind in einem weitaus schlechteren Zustand.

Sorge bereitete auch, dass der Strand vor dem Casino-Gebäude erheblich überflutet wurde. Das war Beobachtern der Szene bei Stürmen dieser Stärke neu. Der Verdacht wurde laut, dass die Einebnung des Strandes nach den Winterstürmen mangelhaft vorgenommen worden sei. Am späten Nchmittag mussten die Seipels noch einmal raus, denn der Sturm wollte sich nicht legen und das Wasser stieg weiter: Von 5,48 m um 12 Uhr auf 5,78 Meter (0,72 Meter über Normal) um 21.29 Uhr. Gegen 22 Uhr pegelte sich der Wasserstand auf 5,77 Meter ein und fällt hoffentlich weiter.

bs

Der Strand wird umgezogen

März 24, 2010 Von: bs Kategorie: Allgemein, Sturm Noch keine Kommentare →

Nicht nur Sand wurde weggerissen, sondern auch Betonteile wurden aus der Promenadenkehle ausgespült (Foto: bs)

Nicht nur Sand wurde weggerissen, sondern auch Betonteile wurden aus der Promenadenkehle ausgespült (Foto: bs)

In Travemünde wird zwar, wie immer vor Ostern, gewerkelt, gehämmert, gefegt und geputzt, aber in diesem Jahr ist der Zeitraum zwischen Schneeschmelze und den Feiertagen wirklich ein bisschen knapp. Schlimmer noch: Die Schäden der Winterstürme sind so erheblich, dass sich da so manches auch noch zu Ostern wird besichtigen lassen. Zum Beispiel die Anleger der Personenfähre zum Priwall oder auch der Kopf der Seebrücke, von dem Sturm Daisy so gut wie nichts übrig gelassen hat.

Aufwändiger Sandtransport von Süden nach Norden (Foto: bs)

Aufwändiger Sandtransport von Süden nach Norden (Foto: bs)

Wie in jedem Jahr sind jetzt Bagger und Lastwagen am Strand unterwegs, um den Sand wieder dorthin zu befördern, wo er hingehört: Gleichmäßig verteilt. Auch das stellt sich jetzt sehr aufwändig dar: Wurde in normalen Jahren ein bisschen Sand vom Strand zwischen der alten Promenade und dem Grünstrand abgespült und weggeweht, so stellt sich das zur Zeit dramatischer dar. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder. Waren früher 10 – 20.000 Euro für diese Arbeiten ausreichend, werden dieses Mal, so Kurdirektor Kirchhoff, rund 80.000 Euro nötig sein, damit die Strandkörbe nach Ostern einen vernünftigen Untergrund bekommen und keine Geröllhalde.

derzeit nur was für Kormorane, Möwen und Krähen: Seebrücke (Foto: bs)

Derzeit nur was für Kormorane, Möwen und Krähen: Seebrücke (Foto: bs)

Da hat die Nachricht aus der Landeshauptstadt Kiel nicht gerade für gute Laune gesorgt, wonach lediglich 400.000 Euro für Sturmschäden zur Verfügung gestellt werden sollen! Für die gesamt Küste! Allein in Travemündes Strand- und Promenadenbereich werden die Kosten für die Beseitigung der Schäden auf 455.000 Euro beziffert, und da sind die zerstörten Brücken und Anleger im Hafen noch gar nicht mitgerechnet.

Travemündes Strand wird allerdings zu Ostern fertig sein, so viel steht fest, damit es wieder heißen kann: Die Strandkörbe kommen!

bs

Daisy: Kurdirektor Kirchhoff zieht Bilanz

Januar 13, 2010 Von: bs Kategorie: Sturm Noch keine Kommentare →

Hochwasser im Fischereihafen

Hochwasser im Fischereihafen

Der Fernsehsender n-tv hatte im Katastrophenticker stundenlang gemeldet, dass die Deiche in Lübeck zu brechen drohten. Sie brachen nicht und der  Grund dafür ist einfach: Es gibt in Lübeck keine Deiche. Auch wenn die Medien die Katastrophe nicht herbeireden konnten, hat Sturmtief Daisy doch einige Schäden in Travemünde hinterlassen, deren Beseitigung Kosten im sechsstelligen Bereich nach sich ziehen wird.

Im Interview mit Fritz Toelsner vom Offenen Kanal Lübeck/Radio Travemünde zieht Kurdirektor Kirchhoff eine vorläufige Bilanz:

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Immer dienstags 17.05 Uhr
Radio Travemünde
UKW 98,8 KHz (Antenne)
UKW 106,5 KHz (Kabel)
Livestream: www.okluebeck.de

Ein Hauch von Entspannung

Januar 11, 2010 Von: bs Kategorie: Sturm Noch keine Kommentare →

Sturmflut in Tavemünde (Foto: bs)

Sturmflut in Tavemünde (Foto: bs)

Zwar rüttelte der Sturm immer noch an den Häusern und kämmte die Bäume durch, zwar war der Wasserspiegel der Trave noch weit von Normal entfernt, aber es stellte sich am Sonntagabend ein Hauch von Entspannung ein. Travemünde scheint vergleichsweise glimpflich davon gekommen zu sein.

Allerdings wurde die Strandpromenade an ihrer angreifbarsten Stelle – zwischen alter und neuer Promenade am Übergang zum Grünstrand – erheblich beschädigt, Steine aus der Promenade herausgerissen. Das könnte Kritiker der bereits beschlossenen Promenadensanierung umstimmen, die die Renovierung bisland für reine Kosmetik hielten und nicht als Küstenschutz  begriffen haben.

Travepromenade am "Marina" (Foto: bs)

Travepromenade am "Marina" (Foto: bs)

Weiterhin sind einige Bäume und Zeltkonstruktionen umgestürzt, einige Dachziegel heruntergefallen, die Fahnenmasten an der Mole drohten umzufallen, aber weitere, größere Schäden sind noch nicht sichtbar geworden. Allerdings fragt man sich, wieviel vom Priwallstrand übrig geblieben ist, von dem auch heute den ganzen Tag nichts zu sehen war.

Manche Sturmschäden muten eher skurril an: In Travemünder Restaurants stellte sich gestern Abend Personalknappheit ein, da manche Mitarbeiter nicht den Weg nach Travemünde geschafft hatten, andere aber frühzeitig Feierabend machten, weil sie noch die letzte Fähre zum Priwall kriegen wollten, die um 22 Uhr den Dienst einstellte.

Ruderboot gestrandet (Foto: bs)

Ruderboot gestrandet (Foto: bs)

Am nagelneuen Toilettenhäuschen an der Priwallfähre hat das Hochwasser das Fundament ein wenig angenagt. Man erinnere sich: Die Dutzende von Häusern, die der Sturmflut von 1872 zum Opfer fielen, wurden nicht vom Sturm umgepustet, sondern stürzten ein, weil das Wasser die Fundamente unterspülte.

Allgemein gilt, das alles, was vor dem Sturm nicht festgebunden war, weggeblasen wurde oder wegschwamm: An der “Backskiste” an der Travepromenade ist ein Ruderboot gestrandet. Ein Zelt vor dem Restaurant “Marina” stürzte ein, aber vor den Sandsäcken auf den Eingangsstufen hat das Hochwasser gerade noch Halt gemacht.

bs

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