Erhebliche Sturmschäden am Strand
Die Hoffnung von gestern Abend erfüllte sich nicht: Der Wasserstand stieg noch weiter, und der Sturm ebbte auch nicht ab (Travemünde .Netz vom 6.5.2010). Bei der Strandkorbvermietung Seipel standen immer mehr Strandkörbe im Wasser. Unter Mithilfe von Mitarbeitern des Kurbetriebs Travemünde mussten auch heute weitere Körbe gesichert werden. Das ist aber gar nicht so einfach, weil auch während des heutigen Tages der Sturm immer mehr Wasser in die Promenadenkehle drückte und viele Körbe auf einer Halbinsel stehen.
Das wirft weitere Probleme auf: Jetzt haben sich Senken gebildet, in denen das Wasser steht. Wenn der Strand nicht wieder eingeebnet wird, kann auch ein leichter Sommersturm das Ostseewasser wieder bis in die Uferkehle drücken und die Probleme gehen von Neuem los. Am Anfang der kommenden Woche wollen sich die zuständigen Behörden mit den Schwierigkeiten befassen.
Der Sturm hat mittlerweile nachgelassen, aber es wird Tage dauern, bis das Wasser in der Promenadenkehle versickert ist. “Über die Schäden kann man noch nichts sagen”, meint die mittlerweile recht erschöpfte Charlotte Seipel, und Bernd Seipel fügt hinzu: “Wir verlieren unheimlich viel Zeit. Das dauert tagelang, bis die Körbe wieder entsandet und vom Schlamm befreit sind.” Auch bei diesen Arbeiten hat der Kurbetrieb Travemünde seine Unterstützung zugesichert.
Alles in allem nehmen die Seipels das Unheil gefasst hin. Sie haben Schlimmeres erlebt und erinnern sich an den Sommersturm vom 27./28. August 1989, der die Küste ohne Vorwarnung traf. Damals wurden Strandkörbe regelrecht zerlegt. Bilder davon finden sich auf der Internetseite www.seipels-koerbe.de
Der Badesteg vor dem Haus Royal, von dem sich gestern bereits einzelne Planken gelöst hatten, steht heute wieder nackt da. Das wird ein teurer Winter, ein teures Frühjahr gewesen sein! Schon nach den Winterstürmen hatte allein die Begradigung des Strandes das Vierfache – 80.000 Euro – eines normalen Winters gekostet, jetzt werden weitere Ausgaben fällig.
Hoffentlich fragt in diesem Sommer niemand, was Travemünde denn eigentlich mit der Kurabgabe mache – er könnte böse Blicke ernten.
bs
Weitere Bilder (Fotos: Bernd Scheel):












